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Eva-Maria Vischi (Violine) und die Harfenistin Birke Falkenroth (rechts) sorgten für Furore.
Paradiesische Klänge
Das Publikum ist begeistert: "Ein schöner Abend. Einfach herrlich!", raunt es nach der Zugabe in Form des bekannten Czardasz von Monti durch die Zuhörer-Reihen im Spiegelsaal des Neuen Schlosses in Meersburg. Eva-Maria Vischi (Violine) und Birke Falkenroth (Harfe) tost lang anhaltender Applaus entgegen, begleitet von enthusiastischem Fußgetrappel. Wie aus einem Guss klang ihr perfektes Zusammenspiel, mit dem sie als "Duo Arcopeggio" zum Ausklang der Reihe "Junge Künstler" für Furore sorgten.
Die beiden konzerterfahrenen Künstlerinnen, Studierende an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, musizierten, getragen von profunder Technik und künstlerischer Bravour, ein nach Virtuosität verlangendes Programm mit reizvollen Stücken aus der französischen und italienischen Romantik sowie der Wiener Klassik.
Zu den Höhepunkten des Konzerts in dieser selten zu hörenden instrumentalen Kombination zählte neben der nach hohem Können verlangenden "Fantasie op. 124" von Camille Saint-Saens das "Recitativo und Scherzo Caprice für Violine solo" von Fritz Kreisler. Eva-Maria Vischi, die als großes Geigentalent am Anfang einer sicher bemerkenswerten künstlerischen Karriere steht, spielt ihr Instrument unangestrengt und mühelos auch in den schwierigsten Passagen.
"Selbst an den virtuosesten Stellen, wo man als Zuhörer die Luft anhält, kann man ihrem Spiel vertrauen", bemerkte anerkennend eine Dame aus dem Publikum, die selbst als Geigerin im Bodensee-Ärzteorchester mitwirkt. Mit Blitzgeschwindigkeit ließ Vischi in atmender Phrasierung den Bogen ihrer klangschönen Geige aus dem Jahr 1791 federnd über die Saiten tanzen, und holte dabei mit einer faszinierenden Leichtigkeit warme, beseelte Töne aus der Luft, als seien sie schon immer da gewesen.
Birke Falkenroth, die neben ihrem Studium einmal wöchentlich an der Waldorfschule Überlingen-Rengoldshausen Harfenunterricht erteilt, stellte ihrem dynamisch wie spannend musizierten Harfen-Solo von Gabriel Piernés "Impromptu-Caprice op. 9" neben einer kleinen Instrumentenkunde die Erwähnung voraus, dass der Franzose Pierné das mit weichen Glissandi reich verzierte Solowerk einst für die Abschlussprüfung der Harfenklasse des Pariser Konservatoriums komponierte. Und sie spielte es paradiesisch schön.
Den Einstieg als "Duo Arcopeggio", dessen Name sich aus "Arco" für "Streichen" und "Arpeggio" für "Harfengemäß" zusammensetzt, hatte die als feines Klanggewebe kunstreich ausgeführte zweisätzige Sonate für Violine und Harfe von Louis Spohr gebildet. "Unser Glück ist, dass er mit einer sehr guten Harfenistin verheiratet war, weshalb er etliche Stücke für Harfe du Geige komponiert hat", erklärt Vischi, die sich in der Programm-Moderation mit Birkenroth abwechselt.
"Die Damen sollen in Ohnmacht gefallen sein bei seinen Konzerten", hört das Publikum, bevor es sich selbst von Paganinis "Cantabile" mitreißen lässt. Allgemeines Schmunzeln löst auch vor den mit tiefer Leidenschaft interpretierten Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate der Hinweis aus, dass jener "ein ebenso toller Geiger wie Paganini war, aber so kleine Hände hatte, dass er Paganini nicht spielen konnte - und so eigene Stücke komponierte." Ein Konzert zum wiederhören - schade, dass die Kombination Violine-Harfe so selten zu hören ist. |
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